Blütes & Baums Blog

Blüte & Baum mussten fliehen, weil die Eltern von Blüte ihre Liebe nicht akzeptierten.
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Für die Liebe geflüchtet!

Die Eltern der Blüte sind streng religiös, traditionell, engstirnig und alles andere als weltoffen. Ihre Zukunft war im Grunde genommen schon von ihren Eltern vorherbestimmt. Wie sie sich in der Öffentlichkeit zu verhalten hat, was für ein Beruf sie erlernen bzw. auszuüben soll und vor allem wen sie heiraten soll. Es ging immer darum, was gut für die Familie ist, was gut für den Namen und für die Ehre ist.

Es wurde aber nie danach gefragt, was sie eigentlich in IHREM Leben möchte, wie sie es gestalten und mit wem sie ihr ganzes Leben verbringen möchte. Sie wusste auch, dass ihre Eltern es niemals akzeptieren würden, dass sie einen deutschen Freund hat. Es würde gegen die Kultur, gegen die Religion und besonders gegen die Ehre verstoßen.

Ohne jedoch groß nachzudenken über die Konsequenzen starteten wir eine Beziehung, die mit großer Angst, viel Verstecken, wenig Einander sehen, mit großem Vermissen, aber dennoch auch mit viel Liebe, Geborgenheit, Ehrlichkeit und Vertrautheit verbunden war. Wir führten diese Beziehung immer weiter ohne an den Morgen zu denken und schoben die Ernsthaftigkeit vor uns her, bis es hieß die weiße Blüte müsse verlobt werden.

Eine Welt, eine ''heil'' vermutete Welt brach zusammen. Wir wussten von vornherein, dass ein Miteinander reden gar nichts bringen würde, da man genauso gut gegen eine Wand hätte sprechen können. Wir mussten einen Entschluss fällen, wie wir uns verhalten sollen, was wir tun sollen, ob wir überhaupt noch zusammen sein sollen, ob es überhaupt noch einen Sinn hat. Fragen über Fragen für ein sehr junges Paar, das schon zu viel für ihr Alter durchmachen musste.

Für mich als Freund war es von vornherein klar, dass ich sie niemals allein lassen würde. Unsere Liebe musste schon so viel durchmachen, da war das Aufgeben, was mir zwar jeder in meiner Umgebung riet, das Allerletzte, an das ich gedacht hätte. Es war klar, hier würden wir es zusammen nicht mehr schaffen glücklich zu werden. Um irgendwann einmal ein normales glückliches Leben zu führen, mussten wir in unseren jungen Jahren schon den Entschluss fassen, einen Schlussstrich unter unser altes Leben zu ziehen.

Wir sparten beide auf diese neue Welt hin und legten unsere ganze Hoffnung da rein. In unserer Ratlosigkeit wandten wir uns dann an TERRE DES FEMMES, die uns telefonisch beriet und uns bei unserem Entschluss beistand.

Als das Datum zu gehen, in eine neue Stadt, in ein neues Leben, in eine neue Umgebung, mit neuen Leuten, näher rückte, realisierte Blüte die Tragweite ihrer Entscheidung. Sie war immer noch irgendwo das kleine Mädchen, die ihre Mutter und ihre Geschwister über alles geliebt hat, trotz der ganzen Schmerzen, die ihr zugefügt worden sind. Blüte war folglich zwischen ihrer Mutter und Geschwister auf der einen Seite und dem über allem geliebten Freund auf der anderen Seite hin und her gerissen. Sie war überfordert mit der ganzen Situation, in so jungen Jahren einen niemals rückgängig machbaren und das ganze Leben entscheidenden Entschluss zu fassen.

Auch der Freund musste dies spüren und lebte ständig mit der Angst, dass sie sich gegen ihn entscheiden würde. Er hätte alles dafür getan, dass sie sich für ihn entscheidet und konnte ihre Zweifel auch nicht verstehen. Baum konnte, auch wenn er es wirklich versucht hat, nicht verstehen, warum sie an ihrer Familie, die ihr nichts Gutes möchte und nur Schmerzen zugefügt hat, noch so sehr hängt. Er war verzweifelt und wusste sich nicht zu helfen, wie er sie noch dazu bringen könnte, die Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Je näher der Tag des Abschieds kam, desto größer wurde die Angst auf beiden Seiten. Er hatte die Angst im Stich gelassen zu werden, dass sie zurückschreckt, sich nicht traut und bei ihrer Familie bleibt. Sie hatte die Angst eine Entscheidung zu treffen, die Angst sich für das Falsche zu entscheiden, die Angst jemanden zu verletzten. Als der große Tag jedoch kam, sie aus der Haustür lief, in den Zug einstieg, da gab es kein zurück mehr. Es war besiegelt, ob sie nun wollte oder nicht sie konnte nicht mehr zurück.

Heute ist es schön den anderen täglich bei sich zu haben und endlich das Leben zu führen, wovon wir immer geträumt haben, obwohl es anfangs sehr ungewohnt war. Der Abstand von der Familie fällt ihr bis heute nicht leicht und sie ist auch oft noch traurig deswegen. Die Situation ist alles andere als leicht für sie, doch sie lebt sich so langsam ein und findet Normalität im Leben.

Ich, Blüte, hätte es wahrscheinlich alleine niemals geschafft. Aber mit meinem Freund, der mich unterstützt hat, mit dem es sich richtig angefühlt hat und den ich über alles liebe, würde ich wahrscheinlich noch mal so entscheiden.

Ich, Baum, bin heute, nachdem ich für meine Freundin alles hinter mir gelassen habe, Familie und Freunde, dennoch glücklicher als je in meinem Leben zuvor. Seit unserem ersten Treffen bis heute bereue ich keine einzige meiner Entscheidungen, die ich traf und die mich soweit gebracht haben. Auch wenn die Zukunft nicht gewiss ist, weiß ich jedoch, dass die durchstandenen Ereignisse uns nur noch mehr zusammengeschweißt haben und uns Nichts und Niemand im Wege stehen kann..

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Kommentare 1

 
Gäste - MargitSteidl am Donnerstag, 28. April 2016 15:37
Gratulation zu deiner Entscheidung!

Ja, das war echt mutig von dir!
Und ich denke, so lebst du wirklich besser!
Weiterhin alles Gute und viel Erfolg!
Viel Glück auf deinem weiteren Lebensweg!
Und alles Gute für euch als Paar zusammen!

Ja, das war echt mutig von dir! Und ich denke, so lebst du wirklich besser! Weiterhin alles Gute und viel Erfolg! Viel Glück auf deinem weiteren Lebensweg! Und alles Gute für euch als Paar zusammen!
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