Aktuelles 2020

#meinherzgehörtmir: Die TERRE DES FEMMES - Fahnenaktion 2020

Anlässlich des Internationalen Gedenk- und Aktionstags „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ am 25. November findet wie auch in den letzten Jahren die Fahnenaktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin sowie in ganz Deutschland statt.

Dieses Jahr spricht sich die Aktion mit dem Hashtag #meinherzgehörtmir gegen Zwangsverheiratung und Frühehen aus. Laut UNICEF werden auf der ganzen Welt 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, viele sind noch unter 16 Jahre alt.

Ziel der Fahnenaktion ist es, Menschen aller Altersklassen über die Problematik zu informieren und zu sensibilisieren. Außerdem sollen Betroffene von Zwangsverheiratung/Frühehe das Gefühl bekommen, nicht alleine zu sein.

Neuauflage des Flyers „Du entscheidest, wen und wann du heiratest!“ für Baden-Württemberg

In diesem Jahr hat das Baden-Württemberger Ministerium für Soziales und Integration die Neuauflage des Flyers „Du entscheidest, wen und wann du heiratest!“ herausgebracht, welcher sich an junge Menschen richtet, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.

Der zweiseitige Flyer ist in Kooperation mit TERRE DES FEMMES aktualisiert worden, wobei das neue Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen berücksichtigt wurde. Er informiert junge Betroffene über ihre Rechte und erläutert, was in einer Notsituation zu tun und zu beachten ist.

Des Weiteren sind mehrere Beratungsstellen in Baden-Württemberg sowie weitere Hilfsangebote aufgeführt.

Flyer „Du entscheidest, wen und wann du heiratest!“ (PDF-Datei)

Online-Lesung mit Sonja F. Bläser am 01. Oktober 2020

Am 01. Oktober um 18:30 liest die Menschenrechtlerin und Begründerin des HennaMond Vereins Sonja F. Bläser aus ihrer Autobiografie.

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NEU ab 1. Juli: NADIA-Zuflucht und Clearing

Zum 1. Juli 2020 eröffnet die eva Evangelische Gesellschaft im Großraum Stuttgart das neue Angebot NADIA-Zuflucht und Clearing für junge Migrantinnen, die von Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.

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NEU: Hilfetelefon Gewalt an Männern

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales haben im April 2020 ein Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Männer ins Leben gerufen. Unter der Nummer 0800 123 99 00 können sich Männer melden, die u.a. auch von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind. Ebenso gibt es die Möglichkeit, sich per E-Mail zu melden bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Getragen wird das Projekt von dem Verein man-o-man e.V. in Bielefeld und der Arbeiterwohlfahrt in Augsburg.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.maennerhilfetelefon.de.

Stand: 06/2020

Unbedingt ansehen: Die berührende Geschichte von Cennet Krischak, die sich aus einer Zwangsehe befreite

Am 13. März dieses Jahres hat Cennet Krischak ihre Geschichte in der Reihe „SWR1 Leute“ erzählt. Mit ruhiger Stimme und äußerlich sehr gefasst hat sie Unglaubliches berichtet: mit 13 Jahren zwangsverheiratet, mit 14 Mutter und Alleinverdienerin, da ihr (Ex-)Mann aufgrund eines ungesicherten Aufenthalts nicht arbeiten durfte; ständige Kontrolle und Isolierung. Nach mehreren Selbstmordversuchen hat sie es schließlich geschafft, sich von ihrem damaligen Mann zu trennen und sich eigenständig eine Karriere aufzubauen. Der Mut und die Kraft dieser Frau sind unglaublich inspirierend! Viel zu selten haben (ehemalige) Betroffene von Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre die Möglichkeit, selbst von ihren Erfahrungen zu berichten. Daher ist dieses Video von 30 Minuten absolut sehenswert!

Stand: 04/2020

NEU: Beratungsstelle YASEMIN nun auch auf Instagram

Seit einiger Zeit denken die Mitarbeiterinnen von YASEMIN über neue Zugangswege für betroffene Mädchen und Frauen nach. Da nun die Schulen und andere Mädchen*Begegnungsräume als Orte, an denen sie sich anvertrauen und um Unterstützung bitten können, wegfallen, ist es spätestens jetzt Zeit, sich etwas einfallen zu lassen, um die Zielgruppe weiterhin zu erreichen. YASEMIN geht davon aus, dass häusliche Gewalt zunimmt, und deshalb ist es ihnen ein großes Anliegen, für die Mädchen* erreichbar zu sein.

Daher ist die Beratungsstelle YASEMIN für junge Migrantinnen*, die von Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind, nun auch auf Instagram zu finden.

Bitte unbedingt teilen und weiterverbreiten!

Stand: 04/2020

74 Fälle von Zwangsverheiratung in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019

Die Zahl der polizeilich (d.h. infolge einer Anzeige) erfassten Fälle von Zwangsverheiratung in Deutschland scheint sich auf einem gleich hohen Niveau eingependelt zu haben. Nach 75 Fällen in 2017 und 2018 waren es im letzten Jahr 74 Fälle. 46 Prozent davon wurden als Versuche gezählt.

Betroffen von versuchter oder vollzogener Zwangsverheiratung waren ganz überwiegend Frauen, nämlich 72 im Alter zwischen 6 und 60 Jahren. Von den vier männlichen Betroffenen wird sogar ein Kind von unter 6 Jahren in der Liste geführt. Insgesamt sind fünf Kinder unter 14 Jahren im letzten Jahr von Zwangsheirat betroffen gewesen, zwei Jungs und drei Mädchen. Das Erschreckende: Nur ein Fall wurde dabei als Versuch gezählt, vier Eheschließungen fanden tatsächlich statt.

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